Österreichs Bundesheer

Lehrgangsnamen

Jahrgang 95
Sepp Innerkofler 1995
Jahrgang 96/1 Feldwebel Michael Ruppert 1996
Jahrgang 96/2 Franz Seemann 1996
Jahrgang 97/1 Joseph von Sonnenfels 1997
Jahrgang 97/2 Offiziersstellvertreter Kurt Gruber 1997
Jahrgang 98/1 Vormeister Mathias Weinhardt 1998
Jahrgang 98/2 Feldwebel Johann Zingl 1998
Jahrgang 99/1 Patrouille Domjan 1999
Jahrgang 99/2 Viktoria Savs 1999
Jahrgang 00/1 Standschützenober- jäger Johann Forcher 2000
Jahrgang 01/1 Zugsführer Wenzl Weishäupl 2001
Jahrgang 01/2 Stabsmaschinen- wärter Gottfried Hermann 2001
Jahrgang 02/2 Stabsfeldwebel Franz Toth 2002
Jahrgang 02/1 Offiziersstellvertreter Karl Heuberger 2002
Jahrgang 03/1 Oberfeuerwerker Ignaz Rauch von Montpredil 2003
Jahrgang 04/1 Korporal Alois Bauchinger 2004
Jahrgang 06/1 Oberjäger Bataillonshornist Hans Brindlmayer 2006
Jahrgang 06/2 Gendarmerie Bezirkswachtmeister Simon Steinberger 2006
Jahrgang 07 Stabsfeldwebel Anton Schott 2007


Jahrgang 08 Kaiserschütze Ferdinand Walser 2008


Jahrgang 09 Gefreiter Oskar Kling 2009
Jahrgang 11 Oberjäger Georg Huber 2011

Moderne Traditionspflege im Bundesheer

Im Zuge der Umstrukturierung der Heeresunteroffiziersakademie und der Einführung der neuen Unteroffiziersausbildung ab 1995 wurde der Ausbildungsstätte der Unteroffiziere des österreichischen Bundesheeres auch die Überlieferungspflege einer der bekanntesten Auszeichnungen der österreichisch-ungarischen Monarchie übertragen, der Tapferkeitsmedaille.

Die Ehren-Denkmünze

Diese erste sichtbare Mannschaftsauszeichnung stiftete Kaiser Josef II. am 19. Juli 1789 als Ehren-Denkmünze für alle Mannschaftsdienstgrade vom einfachen Soldaten bis zum Unteroffizier. Dies geschah im Umfeld des bis dahin nicht glücklich verlaufenen Türkenkrieges wohl zur Hebung der Moral der Truppe und in der Erkenntnis, dass Geldbelohnungen oder Belobigungen alleine allmählich nicht mehr ausreichend wären. Ausdrücklich wurde in den ursprünglichen Statuten betont, dass es sich hierbei nicht um einen Orden, sondern um eine Belohnung für eine tapfere Tat handle, die zum Nutzen des jeweiligen Unternehmens, zur Rettung eines Kameraden oder zum Schutz, beziehungsweise zur Eroberung einer militärischen Fahne beigetragen hatte.

Vergeben wurde die Medaille in zwei Stufen, als goldene oder silberne Ehren-Denkmünze. Trägern der goldenen Ehren-Denkmünze wurde der doppelte, Träger der silbernen Ehren-Denkmünze der eineinhalbfache Sold ausbezahlt. Beide Medaillen hatten einen Durchmesser von 40 Millimeter und zeigten auf der Vorderseite die Büste Joseph II. sowie auf der Rückseite vier Fahnen und zwei Standarten gekreuzt und in einem Lorbeerkranz die Inschrift �Der Tapferkeit�. Verliehen konnte nur einmal werden. Wurde ein Träger der Silbernen mit einer Goldenen bedacht, hatte er Erstere abzugeben. Sollte ein Träger zum Offizier ernannt werden, durfte er die Medaille weitertragen.

Die Tapferkeitsmedaille

Im Jahr 1809 wurde die Ehren-Denkmünze durch eine Neugestaltung der Statuten in Tapferkeitsmedaille umbenannt. Erst im Jahr 1848 stiftete Kaiser Ferdinand I. die "kleine Silberne" genannte Silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse. Seit dem Jahr 1849 durften auch mehrere Klassen der Medaille nebeneinander getragen werden.

Den Bedürfnissen des Ersten Weltkrieges trug die Stiftung der Bronzenen Tapferkeitsmedaille am 14. Februar 1915 Rechnung. Außerdem konnte nun jede Klasse bis zu viermal verliehen werden, was durch entsprechende Metallstreifen am Medaillenband kenntlich gemacht wurde. Durch die Auswahl verdienter Träger der Tapferkeitsmedaille als Lehrgangsnamensgeber wurde die Überlieferung im Sinne des Traditionserlasses gepflegt und damit diese altösterreichische Auszeichnung vor dem Vergessen gerettet.

Medaillenträger als Namensgeber für Lehrgänge

Schließlich lebten im Jahr 1995 nur mehr einige wenige Träger dieser Auszeichnung. Zur Förderung des Gemeinschaftsgeistes des Unteroffizierskorps und zur Festigung des Zusammenhaltes innerhalb der Lehrgänge wurde die Einführung von Lehrgangsnamen und entsprechender Lehrgangsabzeichen durch das Bundesministerium für Landesverteidigung genehmigt. Erste Schritte zur Schaffung von Lehrgangsabzeichen gehen bis in die 70er Jahre zurück, sind jedoch offenbar eingeschlafen.

Erst mit der Umstellung des Ausbildungssystems glückte eine Belebung der Traditionspflege, die in anderen Staaten Europas längst üblich ist. So gehen auch die seit 1966, der erste Jahrgang nannte sich "Lissa", eingeführten Jahrgangsabzeichen der Theresianischen Militärakademie schlussendlich auf einen Truppenbesuch an der französischen Militärakademie zurück, wo den Besuchern aus Österreich das Abzeichen des damaligen Ausmusterungsjahrganges als Gastgeschenk überreicht worden ist. Es mag vielleicht Zufall gewesen sein, dass der Jahrgangs-Erste des Jahrganges Lissa 1995 Kommandant an der Heeresunteroffiziersakademie gewesen ist und sich mit allem notwendigen Nachdruck für die Lehrgangsbenennung einsetzte.

Die neuen Lehrgangsabzeichen

Die Lehrgangsabzeichen, bereits begehrte Sammlerstücke, sind alle streng einheitlich ausgeführt. Die Grundform ist ein 3,5 cm breites und 6,5 cm langes, nach unten spitz zulaufendes längliches Schild. Im oberen Teil befindet sich ein schmales Feld, in dem mit der Formulierung "FÜR ÖSTERREICH" der Auftrag der Heeresunteroffiziersakademie festgehalten wird.

Das untere, spitz zulaufende Feld zeigt in drei Streifen die Farben rot-weiss-rot, im mittleren Feld den Schriftzug "HUAk" und im untersten das Ausmusterungsjahr. Getragen werden die Abzeichen gleich wie jene der Theresianischen Militärakademie an der rechten Brusttasche des Ausgangsanzuges.

Seit 1998 wählen die Kursteilnehmer aus drei Vorschlägen, davor wurde unter Berücksichtigung von Jubiläen und unter Berücksichtigung der verschiedenen Waffengattungen und Bundesländer der Namensgeber präsentiert.

Vorbildhafte Taten

Zur Auswahl stehen hervorragende Unteroffiziere der ehemaligen k.u.k. Armee, die mit der Medaille für Tapferkeit vor dem Feind ausgezeichnet wurden. In Ausnahmefällen können auch andere besonders verdiente Personen der österreichischen Geschichte, die zumindest einmal Unteroffizier waren, ausgewählt werden. Die begangene Tat muss jungen Unteroffizieren auch heute noch vorbildhaft erscheinen und für sie nachvollziehbar sein. Wichtig ist daher die Auftragserfüllung und Projizierung in die heutigen Aufgaben eines Gruppen- oder Zugskommandanten im Gefecht. Nicht zuletzt soll durch die Auswahl auch Interesse an der österreichischen Militärgeschichte und an der eigene Familiengeschichte geweckt werden.

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